
Viele Dinge, die uns in unserer Gemeinde alltäglich erscheinen, haben große Auswirkungen auf Menschen in anderen Teilen der Welt, als auch auf die Pflanzen– und Tierwelt und auf die Zukunft unserer Kinder.
Was ist der Zusammenhang zwischen Steckdosen und Nächstenliebe?
Zum Beispiel der Strom, der unser Gemeindehaus versorgt: ist das eigentlich Ökostrom? Oder unterstützen wir ungewollt den Betrieb von Kohlekraftwerken, einen der Hauptverursacher des Klimawandels? Der Klimawandel führt schon heute dazu, dass Menschen ihre Lebensgrundlage durch Wetterextreme verlieren.

Die EKD und Papst Franziskus haben sich klar positioniert
Sie ermutigen Gemeinden weltweit, aktiv an einer nachhaltigen und sozial gerechten Welt mitzuarbeiten. Immer mehr Kirchengemeinden in Deutschland folgen diesem Aufruf und überlegen gemeinsam: was kommt uns in die Gemeinde – einkaufstüte?
„Schwimmt nicht mit dem Strom, sondern macht euch von den Strukturen dieser Zeit frei, indem ihr euer Denken erneuert. So wird euch deutlich, was Gott will: das Gute, das, was Gott Freude macht, das Vollkommene.“ – Röm 12, 2, Bibel in gerechter Sprache

Unsere Verpflichtung zur Schöpfungsbewahrung
Als christliche Gemeinschaft sehen wir es als unsere tiefste Berufung, die Schöpfung zu bewahren und zu schützen. Diese Verantwortung ist kein moderner Trend, sondern wurzelt in den Grundfesten unseres Glaubens. Die Erde ist uns als ein kostbares Gut anvertraut, das wir für kommende Generationen pflegen sollen. In Gemeinde N möchten wir diese Verantwortung nicht nur in Predigten thematisieren, sondern sie in konkretes Handeln umsetzen. Jeder Aspekt unseres Gemeindelebens, von der Verwaltung unserer Gebäude bis hin zur Gestaltung unserer Feste, soll diesen Respekt vor der Schöpfung widerspiegeln. Es ist ein Weg, der uns herausfordert, unsere Gewohnheiten zu hinterfragen und bewusste Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit unseren Werten stehen.
Praktische Schritte für einen nachhaltigen Gemeindalltag
Der Weg zu einer nachhaltigeren Gemeinde ist eine gemeinsame Reise, die aus vielen kleinen und großen Schritten besteht. Wir haben begonnen, verschiedene Bereiche unseres Gemeindelebens zu analysieren, um herauszufinden, wo wir als Gemeinschaft einen positiven Beitrag leisten können. Dieser Prozess ist partizipativ gestaltet, denn die besten Ideen entstehen, wenn viele Köpfe und Herzen zusammenarbeiten. Die folgende Liste zeigt einige der konkreten Maßnahmen, die wir bereits umsetzen oder in naher Zukunft planen. Sie dient als Inspiration und Orientierung für uns alle.
Hier sind einige der Bereiche, in denen wir aktiv werden:

- Energie und Ressourcen: Wir prüfen die Umstellung unseres Gemeindehauses auf zertifizierten Ökostrom und setzen auf energiesparende LED-Beleuchtung. Gleichzeitig fördern wir den bewussten Umgang mit Wasser und Heizenergie bei all unseren Veranstaltungen.
- Fairer Handel: Bei Kaffee, Tee und anderen Produkten, die wir im Gemeindehaus anbieten, achten wir konsequent auf Fair-Trade-Siegel. Damit unterstützen wir gerechte Arbeitsbedingungen und faire Löhne für Produzenten im globalen Süden.
- Regionale und saisonale Beschaffung: Für Gemeindefeste und andere Anlässe bevorzugen wir Lebensmittel von lokalen Anbietern. Das stärkt nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern reduziert auch lange Transportwege und den damit verbundenen CO2-Ausstoß.
- Müllvermeidung und Recycling: Wir haben ein konsequentes Mülltrennungssystem eingeführt und verzichten bei Veranstaltungen weitestgehend auf Einweggeschirr. Unser Ziel ist es, das Abfallaufkommen kontinuierlich zu reduzieren.
- Bildungsarbeit und Bewusstseinsbildung: In Workshops, Vorträgen und Gemeindegruppen thematisieren wir regelmäßig Aspekte der Nachhaltigkeit und Schöpfungsbewahrung, um Wissen zu teilen und uns gegenseitig zu motivieren.
Diese Liste ist ein lebendiges Dokument, das wir stetig erweitern und anpassen wollen. Jeder einzelne Beitrag, sei er noch so klein, hilft uns dabei, unserer Vision einer zukunftsfähigen und gerechten Gemeinde näherzukommen. Wir laden jedes Gemeindemitglied ein, sich mit eigenen Ideen und Tatkraft einzubringen.
Gemeinschaft, die verändert: Mehr als nur Sonntagsgottesdienst

Unser Engagement für Nachhaltigkeit ist mehr als nur eine Liste von Maßnahmen; es ist ein Ausdruck unserer gelebten Gemeinschaft. Wir glauben, dass wahrer Wandel im Miteinander beginnt. Wenn wir gemeinsam einen bienenfreundlichen Garten anlegen, reparieren statt wegwerfen oder uns über faire Konsumalternativen austauschen, stärken wir nicht nur unser ökologisches Bewusstsein, sondern auch unsere sozialen Bande. Diese gemeinsamen Aktivitäten schaffen Räume für Begegnung, Gespräch und gegenseitige Unterstützung. Sie machen unseren Glauben im Alltag greifbar und relevant. In Gemeinde N wollen wir eine Gemeinschaft sein, die sich den Herausforderungen unserer Zeit stellt, voneinander lernt und gemeinsam Hoffnungsträger für eine bessere Welt ist. Unser Weg ist ein Prozess, der von Geduld, Kreativität und dem festen Vertrauen geprägt ist, dass wir gemeinsam einen Unterschied machen können.
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